Phytotherapie-Ausbildung für Pferd & Hund
Heilpflanzen verstehen, gezielt kombinieren und sicher in der Tiertherapie einsetzen
Die Pflanzenheilkunde bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, Pferde und Hunde auf natürliche Weise zu unterstützen. Doch welche Heilpflanze eignet sich für welches Beschwerdebild? Welche Inhaltsstoffe sind für ihre Wirkung verantwortlich? Und worauf kommt es bei der Dosierung, Zubereitung und Kombination verschiedener Pflanzen an?
In dieser Ausbildung lernst du Schritt für Schritt, Heilpflanzen und ihre Wirkweisen kennenzulernen, Zusammenhänge zu verstehen und individuelle Kräutermischungen für Pferde und Hunde zusammenzustellen.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Pflanzen auswendig zu lernen, sondern zu verstehen, warum wir bestimmte Pflanzen einsetzen, wie wir ihre Eigenschaften sinnvoll kombinieren und worauf wir bei der therapeutischen Anwendung achten müssen.
Neben der westlichen Phytotherapie erhältst du auch Einblicke in die energetischen Eigenschaften und Wirkrichtungen der Pflanzen aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Mein Ziel ist, dass du nach Abschluss der Ausbildung Heilpflanzen nicht nur kennst, sondern sie gezielt auswählen, sinnvoll kombinieren und verantwortungsvoll in deine therapeutische Arbeit integrieren kannst.


Das erwartet dich
Heilpflanzen und ihre Inhaltsstoffe verstehen
Die Wirkung einer Heilpflanze hängt maßgeblich von ihren Inhaltsstoffen ab. Deshalb beschäftigen wir uns ausführlich mit den verschiedenen Pflanzenstoffen und ihren Eigenschaften.
Dazu gehören unter anderem:
- Schleimstoffe und ihre Bedeutung für die Schleimhäute
- Gerbstoffe und ihre zusammenziehenden Eigenschaften
- Bitterstoffe und ihre Wirkung auf die Verdauung
- Ätherische Öle und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten
- Flavonoide, Carotinoide und weitere sekundäre Pflanzenstoffe
- Saponine und weitere wichtige Wirkstoffgruppen
- Antioxidantien und antioxidative Eigenschaften von Pflanzen
- Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe
Dabei steht immer die Frage im Vordergrund, welche Bedeutung diese Eigenschaften für die praktische Anwendung bei Pferden und Hunden haben.
Heilpflanzen kennenlernen und richtig zubereiten
Während der Ausbildung lernst du eine große Vielfalt unterschiedlicher Heilpflanzen kennen. Wir besprechen ihre Inhaltsstoffe, Wirkweisen, Anwendungsgebiete, Dosierungen und Besonderheiten. Auch mögliche Gegenanzeigen und Wechselwirkungen werden berücksichtigt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den unterschiedlichen Zubereitungs- und Verabreichungsformen.
Unter anderem beschäftigen wir uns mit:
- Getrockneten, geschnittenen und gemahlenen Pflanzen
- Blättern, Blüten, Wurzeln, Rinden und Samen
- Kaltauszügen, Aufgüssen und Abkochungen
- Pflanzenpulvern, Tinkturen und weiteren Zubereitungen
- Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Verabreichungsformen
- Dosierung und Anwendungsdauer
- Besonderheiten bei Pferden und Hunden
Dabei schauen wir uns auch an, warum nicht jede Pflanze auf die gleiche Weise zubereitet werden sollte und welchen Einfluss die Zubereitung auf die verfügbaren Inhaltsstoffe haben kann.
Heilpflanzen gezielt bei verschiedenen Beschwerdebildern einsetzen
Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist die praktische Anwendung der Pflanzenheilkunde bei unterschiedlichen Beschwerden und Erkrankungen. Wir besprechen typische Krankheitsbilder, ihre möglichen Ursachen und Erscheinungsformen und welche pflanzlichen Eigenschaften dabei von Bedeutung sein können.
Dazu gehören unter anderem:
- Magen- und Darmbeschwerden
- Blähungen, Durchfall, Verstopfung und Kotwasser
- Atemwegserkrankungen, trockener und produktiver Husten
- Hautprobleme und Wundversorgung
- Unterstützung des Immunsystems
- Leber, Niere und Stoffwechsel
- Lymphsystem und Harnwege
- Gelenke und Bewegungsapparat
- Stress, Unruhe und Nervensystem
- Parasiten und Möglichkeiten sowie Grenzen der pflanzlichen Unterstützung
Dabei berücksichtigen wir die Unterschiede zwischen Pferden und Hunden und schauen uns an, welche Pflanzen für welche Tierart und Anwendung geeignet sind.
Von der einzelnen Pflanze zur individuellen Kräutermischung
Eine gute Kräutermischung besteht für mich nicht einfach aus möglichst vielen Pflanzen, die alle irgendwie zum gleichen Beschwerdebild passen. Vielmehr geht es darum, die richtigen Schwerpunkte zu setzen, Pflanzen sinnvoll miteinander zu kombinieren und eine nachvollziehbare Rezeptur zu entwickeln.
Du lernst unter anderem:
- Geeignete Pflanzen für unterschiedliche Beschwerden auszuwählen
- Haupt- und Begleitpflanzen festzulegen
- Unterschiedliche Wirkweisen miteinander zu kombinieren
- Dosierungen für Pferde und Hunde zu berechnen
- Mischungen individuell anzupassen
- Gegenanzeigen und mögliche Wechselwirkungen zu berücksichtigen
- Behandlungsdauer und Anwendung sinnvoll zu planen
Anhand verschiedener Fallbeispiele erarbeiten wir gemeinsam Kräutermischungen und besprechen, warum bestimmte Pflanzenkombinationen sinnvoll sein können.
Einblicke in die Phytotherapie nach TCM
Ergänzend zur westlichen Pflanzenheilkunde beschäftigen wir uns auch mit den energetischen Eigenschaften ausgewählter Heilpflanzen aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin. Dazu gehören beispielsweise thermische Eigenschaften und Wirkrichtungen. Diese Informationen begleiten uns auch bei den einzelnen Pflanzenporträts. Die Ausbildung beinhaltet jedoch keine vollständige TCM-Diagnostik oder eigenständige Ausbildung in chinesischer Arzneimitteltherapie. Vielmehr soll dieser zusätzliche Blickwinkel das Verständnis der Pflanzen erweitern und insbesondere Teilnehmern mit TCM-Vorkenntnissen weitere Anknüpfungspunkte bieten.
Theorie verstehen und praktisch anwenden
Mir ist wichtig, dass du das Gelernte nicht nur im Skript nachlesen kannst, sondern auch verstehst und selbstständig anwenden lernst. Deshalb begleiten uns während der gesamten Ausbildung praktische Übungen, Fallbeispiele und die gemeinsame Erarbeitung unterschiedlicher Kräutermischungen. Auch die Herstellung verschiedener pflanzlicher Zubereitungen gehört zu den Ausbildungsinhalten. Zwischen den Ausbildungsblöcken hast du ausreichend Zeit, die Inhalte nachzuarbeiten. Kleine Wissensüberprüfungen helfen dir dabei, deinen eigenen Lernstand einzuschätzen.
Mein Ziel für dich
Nach Abschluss der Ausbildung sollst du nicht einfach nur eine lange Liste von Heilpflanzen kennen.
Du sollst verstehen, welche Eigenschaften eine Pflanze besitzt, wann sie sinnvoll eingesetzt werden kann und wie du aus verschiedenen Pflanzen eine durchdachte Mischung zusammenstellst.
Genau deshalb verbinden wir während der gesamten Ausbildung fundiertes Pflanzenwissen mit praktischen Beispielen und therapeutischen Überlegungen.
Ablauf & Kosten
Geeignet für:
Tierheilpraktiker, Tiertherapeuten und alle, die sich intensiv mit der Phytotherapie für Pferde und Hunde beschäftigen und Heilpflanzen fundiert kennenlernen möchten.
Aktuelle Termine
- Block 1: 05.–06. Juni 2027
- Block 2: 24.–25. Juli 2027
- Block 3: 04.–05. September 2027
- Block 4: 20.–21. November 2027
- Block 5: 15.–16. Januar 2028 (inklusive Abschlussprüfung)
Seminardauer & Unterrichtszeiten
Jeder Ausbildungsblock umfasst 2 Tage, jeweils von 9:00 Uhr bis ca. 15:30 / 16:00 Uhr
Seminarort
Release, Tiergesundheitszentrum NORD, Heinkenstruck 5, 25767 Osterrade
Kosten
400 € inkl. MwSt. pro Ausbildungsblock / 2.000 € Gesamtkosten inkl. MwSt. und Lehrmaterial
Teilnehmerzahl
5 bis maximal 8 Teilnehmer, für intensives und individuelles Arbeiten in einer kleinen Gruppe
Verpflegung
Für dein Mittagessen sorgst du bitte selbst. Kaffee, Tee und Wasser können vor Ort am Automaten erworben werden. Eine kleine Stärkung/ Snack für zwischendurch stelle ich immer etwas bereit.
Du hast eine weitere Anreise?
Übernachtungen können direkt beim TGZ NORD am Seminarort separat gebucht werden.